DEUTSCH

Stefanie Ochs

Wert & Werte - Teil 3

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von Stefanie
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Wert-Schätzung oder Ent-Wertung?

Vor ein paar Jahren auf einem Barcamp machte ich dazu eine interessante Erfahrung. Ein Barcamp ist eine Zusammenkunft zu einem bestimmten übergeordneten Thema. Es werden Fragen gesammelt oder Menschen machen Angebote zu bestimmten Themen, über die sie sprechen möchten. So finden sich kleine Gruppen, die bestimmte Themen oder Fragestellung miteinander besprechen/klären. Das bedeutet auch, du musst dich entscheiden, was dich am Meisten interessiert. Jetzt stell dir vor, du merkst während der ersten 10 min., dass das Thema jetzt doch nicht so wichtig für dich ist. Was machst du? Die meisten von uns würden sicherlich brav sitzen bleiben und sich nicht mehr trauen zu gehen. Stimmt? Was wäre aber, wenn genau das zu tun, nicht wertschätzend ist und zwar für dich und für den Vortragenden, sitzen zu bleiben, obwohl du merkst, dass es nicht das Richtige für dich ist? Was, wenn es viel wertschätzender und „echter“ wäre, leise aufzustehen und weiter zu ziehen und einem anderen Thema beizuwohnen?

Spannend oder? Bei mir hat das damals eingeschlagen. Und heute ist mir das ganz klar. Alles ist Energie und in jedem Augenblick sind wir verantwortlich für unsere Energie und wie wir mit ihr umgehen. So viel Leid und Schmerz würde sich von selbst erledigen, wenn wir es nicht als Ablehnung an der Person festmachen würden und damit den anderen nicht entwürdigend, sondern gleichermaßen uns und den anderen wertschätzen, wenn wir merken, das ist gerade nicht mein Bereich/Thema und keinerlei Ent-Wertung?! 

Was denken die anderen? Hinter dieser Frage lauert die Scham.

Und das bringt uns gleich zum nächsten Apsekt: Wir sind sehr damit beschäftigt darüber nachzudenken, was andere denken könnten. Wie oft tun wir Dinge, die wir gar nicht tun wollen, nur damit andere nicht schlecht über uns denken?! Weil wir Angst haben, dass sie sich abgelehnt fühlen, wenn wir es nicht tun? Der Punkt ist, es geht um deine Angst vor Ablehnung. Du kannst nicht nein sagen, weil du dich zutiefst abgelehnt fühlst, bzw. Irgendwann gefühlt hast. Dieses Gefühl ist sau unangenehm und du möchtest nicht, dass sich wegen dir jemand so fühlt. Das scheint zwar edel, aber leider ist es eine Selbstlüge. Eine Projektion, eine Übertragung deiner inneren Gedanken- und Gefühlswelt auf jemanden anderen! Das Problem ist: fast jeder hat dieses „Ablehnungsproblem“. Wir sind damit aufgewachsen. Und die tiefe Wahrheit ist, wir glauben mit uns stimmt was nicht. Mit uns wäre irgendwas falsch oder nicht in Ordnung. Darum versuchen wir permanent uns anzupassen, um nicht negativ aufzufallen, mit Ablehnung bestraft oder gar „ausgestoßen“ zu werden! Wir wollen das nicht fühlen. Fühlt sich auch scheiße an. Doch, wenn wir nicht bereit sind zu fühlen, was da ist, können wir es nicht überprüfen und ggf. nicht korrigieren. Auch Unangenehmes zu fühlen ist deine wichtigstes Navigationsinstrument, um herauszufinden, ob du etwas wirklich willst und was deine wahre Intention für etwas ist! 

Um unsere Scham zu überwinden brauchen wir also die Bereitschaft uns unserer Scham und die damit verbundenen Ur-Ängste zu stellen.

 

Jeder Wert ist nur etwas wert, wenn du ihn loslassen kannst! 

Werte sind also nur dann sinnvoll, wenn wir in bestimmten Situationen auch von ihnen loslassen können ohne, dass sie unseren persönlichen Wert angreifen könnten. Lass mich hier ein kleines Beispiel nennen: Als ich noch recht junge Heilpraktikerin war kam regelmässig eine Frau mit starker Skoliose zu mir für die ich ein Atem- und Trainingsprogramm entwickelt hatte. Leider versetzte sie mich des öfteren. Nach dem 5. Mal entschied ich mich eine kleine Aufwandsentschädigung in Rg. zu stellen. Anstatt den 30,- für die halbe Stunde, berechnete ich 15,-. Als Folge bekam ich einen aufgebrachten Anruf, was mir einfiele und wie kleinlich ich sei?! 

Bäm. Ich und kleinlich? Hatte ich es nicht schon 4x durchgehen lassen? Das gibt´s doch wohl gar nicht!! Meine Großherzigkeit wurde mir abgesprochen. Aua, das tat weh! 

Natürlich hätte ich vorher sagen müssen, dass nicht wahrgenommene Termine berechnet werden! Oder wie ich damit umgehe, wenn Termine nicht wahrgenommen werden. Doch dazu hätte ich ja zu mir stehen und mich klar ausdrücken können müssen!! Doch dazu war ich viel zu „lieb“. Also wurde mir meine Grenze, die ich selbst nicht achtete, gezeigt! Es war mir also wichtiger als großherzig wahrgenommen zu werden, als für mich und mein Business einzustehen. Kleinlichkeit (gibt es vielleicht ein anderes „besseres“ Wort? Genauigkeit und Klarheit, darum wäre es eigentlich gegangen) ist in manchen Situationen durchaus richtig und angebracht! Das unterscheiden zu können, braucht allerdings den Prozess des Fühlens und der Selbstreflektion! Ohne diesen treten wir im Kreis und sind und bleiben Opfer der Meinungen anderer über uns! 

Entscheidend hier ist aber auch: das was die Dame über mich dachte, hat  mit mir gar nichts zu tun. Es ist ihr Umgang mit sich selbst. Meine Lektion war mich in dieser Situation zu reflektieren und herauszufinden, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Wenn wir dies machen, löst sich auch der Groll auf entsprechende Personen oder Situationen erfahrungsgemäß wieder auf und wir können sogar Dankbarkeit dafür entwicklen, was wir wieder über uns selbst erfahren konnten und wie wir zu uns selbst und unserem Wert (unsere Werte sind der Spiegel) stehen.

Ohne Werte kein Wert. Ohne Wert kannst du für deine Werte nicht einstehen.

Wie finden wir also unseren eigenen Wert? Wir haben gelernt unseren Wert über die Anerkennung von Außen zu definieren, was uns in die Situation bringt, immer wieder jemanden zu brauchen, der uns sagt: wie toll wir etwas können oder gemacht haben. Das führt oft dazu, dass wir aufgehört haben Dinge aus einer intrinsischen Motivation und Freude heraus zu tun, sondern die Freude und Motivation aus der äußeren Anerkennung ziehen!

Worum es also wirklich geht ist uns wieder mit dem zu verbinden, was uns wirklich wichtig ist. Das wir uns selbst erlauben die Dinge zu finden, die unser Herz wirklich mit Freude erfüllen. Wenn wir dem Folgen entsteht ein natürlicher Sog, eine magische Anziehungskraft auf andere Menschen, für die das, was wir lieben zu tun, einen wirklichen Unterschied macht oder eine echte Bereicherung darstellt. Und zwar weil wir unseren Wert erkannt haben und ihn mit dem Außen teilen.

Es ist ein komplexes Thema und ich hoffe, dass du aus meinen Zeilen viel über dich herausfinden und reflektieren konntest. Es ist ein Prozess. Eine Übungsreihe. Schritt für Schritt, die damit beginnt, dass du dich und deine Talente, Fähigkeiten und Gaben ernst nimmst, aber dich (was denken die anderen) nicht zu ernst nimmst.

Nichts Müssen. - Einfach Sein.

Von Geburt an bist du ein hochtalentiertes, spezialisiertes, höchst kreatives Wesen. Bis zu einem bestimmten Punkt hast du Dinge nur gemacht, weil sie dir Freude gemacht haben. Dadurch bist du dran geblieben und bist besser geworden, aber du musstest nicht „erst gut“ darin werden um Freude darüber zu empfinden! Die Freude war der Weg! Dort hat es begonnen. Dorthin darfst du wieder kommen! Auf diesem Weg wirst du dir selbst begegnen! Was für ein Geschenk. 

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deine Stefanie 

 

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