DEUTSCH

Stefanie Ochs

Gabriele und die Fee

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von Stefanie
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(Kommentare: 6)

Ein Wehnachtsmärchen

 

Für die, die lieber selbst lesen oder den Podcast hören möchten. 

 

Gabriele ist eine sehr feinfühlige Frau. Immer darauf bedacht, es anderen Recht zu machen, so dass alle sich wohl und wertgeschätzt fühlen.

Doch in ihr gibt es auch eine Stimme die sagt: Boah,...

immer dieser Stress. Für was eigentlich? Weihnachten sollte doch schön sein. Das Fest der Liebe und irgendwie fühlt es sich immer leer an. Die Streitereien zwischen meinen Schwiegereltern nehmen mich wirklich mit. Ich halte das kaum aus. Nein, eigentlich ist es unerträglich. Aber es ist ihnen so wichtig. Sie wollen doch ihre Enkel sehen. Naja, sie überschütten sie auch immer mit Geschenken. Das wollen wir doch eigentlich gar nicht. Ich habe es schon oft versucht ihnen zu sagen, aber sie hören es einfach nicht.

Sie ist den Tränen nah. Nur nicht Weinen denkt sie, während sie mit ihren Einkäufen durch den Stadtpark hetzt.

Plötzlich hört sie eine leise Stimme neben sich: "...

 

Hier als Podcast hören:

 

Podcast - Ein Weihnachtsmärchen


weiterlesen...

"Was genau macht dich gerade so traurig?"

Gabriele bleibt verdutzt stehen und schaut ins Leere. "Wer spricht da? Niemand da, denkt sie." Da hört sie die feine leise Stimme erneut.

"Gabriele, es ist nicht wichtig wer ich bin. Ich bin einfach für dich da. Sag mir, was macht dich so traurig?"


Da poltert es einfach aus ihr heraus:

"Ich fühle mich so übergangen. Es kann doch nicht sein, das immer wir uns nach allen anderen richten müssen. Ich will Heiligabend einfach mal nur mit meinem Mann und meinen Kindern verbringen und sonst niemanden sehen. Ich mag auch dieses ganze Getüddel nicht. Immer der selbe schematische Ablauf. Das ist so leer. Es ist einfach nicht echt. Und alle lächeln verkrampft, als wäre alles toll! Ist es aber nicht, verdammt!" Sie hätte beinahe mit der Faust auf den Tisch gehauen (stand nur grade keiner da ;)), aber du spürst vielleicht den Trotz und die Wut in ihren Worten.

Jetzt fängt sie doch noch zu weinen an und schluchzt gedämpft: "Weihnachten ist für mich sowieso mittlerweile etwas ganz anderes geworden. Ich möchte meinen Kindern andere Werte mitgeben. Ich möchte mich mit meinem Mann und ihnen auf das Jahr besinnen. Nochmal Revue passieren lassen, was im vergangen Jahr geschehen ist. Was wir geschafft, gemeistert haben. Jeder für sich und wir als Familie. Und ich möchte so eine Art Jahresvorschau machen. Keine Vorsätze. Nein.  Einfach das Jahr, ja wie soll ich das sagen... ins Leben träumen!"

Die Tränen laufen ihr noch immer die Backen herunter. Gott sei Dank - denkt sie - ist gerade niemand in der Nähe. 

Da fragt die feine Stimme: „Was ist jetzt gerade so schlimm, dass du Weinen musst?“

„Ach“ - sagt sie: „weisst du? Ich bin enttäuscht von mir selbst, dass so eine Kleinigkeit mich so wütend macht. Das bin ich doch eigentlich gar nicht. Ich gebe mir doch wirklich Mühe mit jedem gut auszukommen. Was soll ich denn noch alles machen?“

„Ich verstehe“ flüstert die Stimme. Nennen wir sie der Einfachheit halber  Amitola. „Ist es denn wirklich "nur" eine Kleinigkeit?“

Gabriele hält inne. Ihr Blick richtet sich nach innen und sie spürt einen Augenblick in sich hinein.

„Nein, eigentlich begleitet mich das schon mein ganzes Leben, wenn du mich so fragst. Ich strenge mich immer so an, es gut für andere zu machen. Und wenn ich selbst mal was brauche oder was anders möchte, wird es nicht gehört, ist es nicht wichtig genug oder wird einfach übergangen. - Oh, es war mir gar nicht bewusst, wie sehr es mich belastet und wie lange ich das schon so mache. Jetzt verstehe ich auch, warum ich vor Weihnachten immer so gereizt und angespannt bin, wenn es um die Weihnachtsplanung geht. Es wird jedes Jahr schlimmer.“

„Gabriele“, fuhr Amitola fort: „Kannst du schauen, was genau das für ein Gefühl ist, wenn du an die Situation denkst?“

„Ich fühle mich ohnmächtig, fast wie zur Salzsäule erstarrt. Ich kann nicht mehr denken und es schnürt sich mir der Hals zu. So als hätte ich kein Recht auf eine eigene Meinung.“

„Und was passiert innerlich?“

„Ich ziehe mich zurück in mich. Ich sitze in einer Ecke zusammengekauert in meinem... “Kinderzimmer“... sie stockt...“

„Wie alt bist du da?“ frage Amitola nach.

„4!?“

 

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„Erinnerst du dich an eine konkrete Situation?“

„Nein. Nicht direkt. Aber ich erinnere mich an einen dollen Streit zwischen meinen Eltern. Ich hatte solche Angst. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Ich habe mich versteckt. Irgendwann war alles vorbei, aber keiner hat mit mir darüber gesprochen. Irgendwie war ab da etwas anders... irgendwie erschüttert...“

„Was braucht denn die kleine 4-jährige Gabriele?“

„Zuwendung und Nähe.“

„Und wer kann das tun? Ein Engel? Deine Eltern? Du selbst?... Der Weihnachtsmann? ;)“

„Nein, ich glaube, ich. Ich kann das tun.“


„Dann gehe mal ganz langsam auf die kleine Gabriele zu und sprich sie vorsichtig an. Was macht sie?“

„Sie wischt sich die Tränen ab und schaut mich an. Sie schluchzt.“

„Sag ihr bitte, dass alles gut ist. Dass du da bist und reiche ihr die Hand.“

„Sie schaut, aber sie traut sich noch nicht ganz.“

„Darfst du näher zu ihr kommen?“

„Ja - Jetzt nimmt sie meine Hand und gibt mir ihren Teddy, den sie ganz fest hielt. Den hab ich sogar noch.“ (Sie lächelt).

„Ok. Kommt sie zu dir auf den Schoss?“

„Ja. Sie lächelt schon und spielt mit mir.“

„Schön. Schau noch mal nach. Braucht sie noch was?“

„Hm... nein, es ist gut so.“

„Toll Gabriele. Sagst Du mir, wie du dich im Augenblick fühlst?“

„Total erleichtert. Es fühlt sich irgendwie ganz an. Komisch, dabei wusste ich gar nicht, dass es vorher nicht ganz war. Aber jetzt fühle ich mich gerade total verbunden mit mir und alles darf gerade da sein. Es ist alles gut so. - Aber- wer bist du? hakt Gabriele nach.

„Nicht jetzt! - Wenn du soweit bist, möchte ich gerne von dir Wissen, was du jetzt verstanden hast und was das für dich für das kommende Weihnachtsfest bedeutet!“

"Ich habe verstanden, dass ich all die Jahre wohl gar nie ganz bei mir war. Ich habe immer versucht, es anderen Recht zu machen, damit ich nicht an dieses Gefühl komme und verstehe aber gerade, dass es genau umgekehrt ist. Ich musste an dieses Gefühl kommen um zu erkennen, das mir etwas fehlte – das etwas nicht heil – nicht gesehen – und angenommen war. Und das ich quasi immer noch als Kind agiere und meinen Eltern oder Schwiegereltern überhaupt nicht als die heutige, erwachsene Gabriele begegne, sondern mit der Einstellung der Angst vor Zurückweisung und Schmerz, der Kleinen.

Dann können sie mich doch gar nicht sehen und ernst nehmen, oder? Und jetzt verstehe ich auch erst mal, dass meine Eltern auch in einer totalen Überforderung mit dem Streit gewesen sein müssen. Und mir fällt auf, wie sehr ich Streiten verabscheue, aber diese Scheinheiligkeit und falsche Harmonie ist ja noch viel schlimmer.... das ist irgendwie schräg.“

„Ja, das Leben ist oft irgendwie „schräg“ kichert Amitola. Ihr Menschen meint nur immer, es müsste „gerade“ sein. - Was mich jetzt interessiert - wie sieht denn dein Weihnachten dieses Jahr aus?“

Gabriele schaut nach, ihre Augen leuchten und sie richtet sich richtig auf.

„Weisst du was? Ich mache dieses Jahr alles anders. Als erstes spreche ich mit meinem Mann. Das habe ich nie getan, aber nicht weil es nicht geht, sondern weil ich mir gar nicht bewusst darüber war, was da eigentlich in mir los war. Ist ja logisch, dass ich gar nicht klar denken, geschweige denn, mich mitteilen konnte. Ich werde ihm erzählen, dass ich heute, wie aus heiterem Himmel, zum ersten mal verstanden habe, dass ich Weihnachten dieses Jahr völlig „neu“ feiern will.

Und ich weiss auch schon wie.

Den 24. feiern wir alleine mit den Kindern. Weisst du, wie lange ich mich danach schon sehne? Einfach ganz gemütlich. Kein Gesinge-Tamtam, das hat mich als Kind schon so genervt, dass ich diese ganze Weihnachtsmusik verabscheute... aber jetzt gefällt mir der Gedanke sogar, sie leise im Hintergrund spielen zu lassen und später eine andere schöne ruhige Musik, die einlädt und zeitlos ist. Aber ich muss mich und die Kinder ja nicht zwingen erst 3 Lieder zu singen und heilig aus der Wäsche zu schauen, oder? ;)

Und wir werden einfach 2 Tage später zu meinen Schwiegereltern fahren. Jetzt ist es auch gar nicht mehr schlimm, wenn sie die Kinder mit Geschenken überhäufen. Weil es kann jetzt nicht mehr diese Überfrachtung stattfinden. Wir haben unser Weihnachten mit den Kindern und dann haben wir eine schöne Zeit mit anderen. Das fühlt sich zum ersten mal irgendwie richtig an!

Meine Eltern lade ich am 25. zu uns ein. Dann müssen wir nicht immer fahren und sie haben nicht die ganze Essenszubereitung am Hals. Ich stelle mir vor, dass wir das zusammen machen.

Gabriele hält kurz inne und meint: „Weisst du – wer oder was du auch immer bist - ich weiss nicht, wann ich mich das letzte mal wirklich auf Weihnachten gefreut habe. Und jetzt kann ich es kaum erwarten. - Wer bist du denn nun?"

"Ich bin deine Weihnachtsfee Amitola."

"Bin ich verrückt?"

"Nein, lacht Amitola. Oder kommt dir das, was du gerade so deutlich für dich erkannt und gesehen hast, etwa verrückt vor?"


"Nein schmunzelt Gabriele. Eigentlich habe ich mich noch nie so klar und lebendig gefühlt, wie gerade in diesem Moment."

„Gabriele, wenn du mit deinen Schwiegereltern telefonierst (oder macht das dann dein Mann?) wirst du noch etwas brauchen?

Nein, ich glaube nicht. Ich bin mir zwar sicher, dass ich nochmal straucheln werde und mich unsicher fühle. Doch, was ich gerade gesehen habe und über mich erfahren habe, das ist so grossartig. Ich weiss jetzt, dass ich das schaffe und dass es gar nicht schlimm ist. Ich verstehe gerade, dass ich mich noch nie getraut habe zu sagen, wie ich es wirklich will. Und es ist ja gar nicht meine Aufgabe, die Verantwortung für die anderen zu übernehmen oder darüber ob sie damit leicht klar kommen oder sich querstellen. Ich sehe, dass das gar nicht in meiner Hand liegt, sondern ihre Entscheidung ist.“

„Wow Gabriele" ruft Amitola ein wenig stolz aus. "Weisst du, was du da gerade gesagt hast? Du hast dir gerade selbst bestätigt, verbunden mit dir zu sein und, was genial ist: du hast dir die Erlaubnis gegeben, für dich selbst zu sorgen und einzustehen und du gestehst den anderen zu, dass sie ebenfalls in der Lage sind, das für sich zu tun oder es jetzt zu lernen.

Ich wünsche dir alles Gute Gabriele und wenn du mich brauchst, dann rufe mich" hauchte die Fee und verschwand."

Obwohl Gabriele immer noch nicht verstand, was da jetzt eigentlich genau passiert war, strahlte sie über ihr ganzes Gesicht. Der ganze Stress schien einfach von ihr abzufallen und sie freute sich einfach. Über sich. Über die Erfahrung. Über ihr Leben. Und, was sie gar nicht mehr kannte - über Weihnachten!

Sie wird sich noch eine Weile der kleinen Gabriele annehmen, ihr Liebe und Zuwendung schenken und einfach nur mit ihr daliegen und Quatsch machen oder verrückte Spiele spielen. Amitola wird sie weiter begleiten und sie werden ein starkes Team. 

Weihnachten selbst in natürlich super gelaufen und alle, selbst die Schwiegereltern mussten zugeben, dass es so irgendwie gar nicht so schlecht war ;).

 

 

 

Und wie wird dein Weihnachten?

Amitola und ich haben extra noch ein paar Fragen und Impulse für dich zusammengestellt, damit auch dein Fest zum Weihnachtsmärchen wird. Schreibe es auf. Vielleicht wollt ihr es auch als Familie machen und den gemeinsamen Nenner finden?! Das wäre doch schöne Quality-Time oder?  ;)

1.Vereinfachung!

Worum geht es für dich?

Vereinfache es. Schaue, was dir an Weihnachten wirklich wichtig ist, wofür Weihnachten für dich steht.
Es kann für dich ja gänzlich anders wie bei Gabriele, ein grosses Familienfest mit allen, die dir von Herzen wichtig sind, sein....

2. Präzision!

Was hat an Weihnachten für dich Priorität?
Was ist dir wirklich wichtig?
Welche Werte möchtest du leben?

Deine Stefanie

 

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